Verkehr, Bildung, Soziales und Umweltschutz gehörten zu den Themen des dreijährigen bayerisch-tschechischen Projekts. Sein abschließendes Partnerforum fand am 16. April in Pilsen statt. An die Zusammenarbeit der Fachleute auf beiden Seiten der Grenze möchte die Region Pilsen auch in den kommenden Jahren anknüpfen.
Acht Arbeitsgruppen, Fachaufenthalte sowie regelmäßige Treffen von Institutionen beiderseits der Grenze brachte das Projekt „Region Pilsen und Oberpfalz – gemeinsame Herausforderungen, gemeinsame Lösungen“, das seit Mai 2023 tschechische und bayerische Partner miteinander verbunden hat. Sein abschließendes Partnerforum fand am Donnerstag, den 16. April, in Pilsen statt. Die vorherigen Treffen wurden 2024 in Pilsen und 2025 in Regensburg abgehalten.
In das Projekt wurden Partner aus der Region Pilsen, der Regierung der Oberpfalz und dem selbstverwalteten Bezirk Oberpfalz einbezogen. Das Ziel war es, die regionale Integration zu stärken, die Koordinierung zwischen den Institutionen zu verbessern und Fachleute zu vernetzen, die auf beiden Seiten der Grenze an denselben Themen arbeiten.
Die Arbeitsgruppen haben sich mit den Themen Gesundheitspflege, Sozialdienstleistungen, Kultur und Tourismus, Regionalentwicklung, Bildung, Umwelt, Verkehr sowie Wirtschaft, Innovationen und Digitalisierung befasst. Ein Bestandteil des Projekts waren auch Austauschaufenthalte, bei denen Mitarbeitende der Institutionen direkt vor Ort Erfahrungen mit der Funktionsweise der öffentlichen Verwaltung sowie mit konkreten Verfahren in den einzelnen Bereichen austauschten.

Vertreter beider Regionen beschäftigten sich beispielsweise mit der Möglichkeit, die nächstgelegene Gesundheitsversorgung unabhängig von der Staatsgrenze zu nutzen, sowie mit der Entwicklung der Bahnverbindung Prag–Pilsen–München. Bereits heute funktioniert ein gemeinsames System der Einsatzleitstellen der Rettungsdienste der Region Pilsen und Regensburgs, dank dessen die Disponenten einen Überblick über die nächstgelegenen verfügbaren Rettungswagen haben. Ein weiteres Thema ist der Aufbau einer 5G-Infrastruktur entlang des Autobahnkorridors D5, die künftig autonome Mobilität und neue Verkehrstechnologien unterstützen soll. Im Rahmen der Arbeitsgruppe Umweltschutz wurden unter anderem die Wölfe im tschechisch-bayerischen Grenzgebiet, Schutzgebiete sowie das Weidemanagement thematisiert. Im Bereich der Sozialdienste wurden die Problematik von Obdachlosigkeit, die Altenpflege, der Kinderschutz sowie die Unterstützung suchtgefährdeter Mütter thematisiert.
Im Grenzraum spiegeln sich auch Bildungsaktivitäten wider, beispielsweise das Studienprogramm Management and Digital Technology der Westböhmischen Universität in Pilsen, das Studierende mit der Unternehmenspraxis verbindet.
„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bringt konkrete Ergebnisse dort, wo sie wirklich benötigt werden. Ob im Verkehr, in der Zusammenarbeit des integrierten Rettungssystems (IZS) oder beim Austausch von Erfahrungen zwischen den Institutionen – ein gemeinsames Vorgehen ermöglicht es uns, schneller und effizienter zu reagieren. Wir wollen diese Kontakte daher auch in den kommenden Jahren fortsetzen“, erklärte der stellvertretende Regionspräsident für den Bereich IT und europäische Angelegenheiten Martin Rybár.
Die Partnerschaft der Region Pilsen mit den bayerischen Regionen begann mit der Unterzeichnung einer Deklaration zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Jahr 2001. Seitdem wurden zahlreiche gemeinsame Aktivitäten umgesetzt. Das aktuell abgeschlossene Projekt, das aus dem Programm Interreg Bayern–Tschechien 2021–2027 gefördert wurde, ist eine weitere Fortsetzung dieser mehr als zwanzigjährigen Zusammenarbeit.